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Safari 97 - Durch das rote Herz Australiens
Durch die Wüste Australiens

Dies ist das Tagebuch der AFS-Safari '97 der Regionen Sydney North, Central und Tasmania vom 23.9.1997 bis zum 10.10.1997.
Die Route führte von Sydney durch Victoria nach Süd Australien. Von dort aus folgten wir dem Stuart Highway nach Norden nach Coober Pedy. Was folgte waren Uluru, Kings Canyon und Alice Springs. Nach einer Nacht in einer kleinen Polizei Station im Nirgendwo kamen wir an die Küste. Wir besuchten das Great Barrier Reef bei Townsville und Bungee Jumped in Surfers Paradise.
Nach 17 Tagen voller Überraschungen kamen wir zurück nach Sydney.
Klicke auf die Bilder um eine größere Version davon zu sehen! Inhalt

Day 1, Thu 25/9/97 / Day 2, Fri 26/10/97
TRAVELLING

Als wir in Hornsby losfuhren, überlegten Masashi und ich, wie komisch es doch wäre, wenn wir jemand vergeßen würden. Und natürlich, 15 Minuten später stellen wir fest, daß Claire fehlte. Sie war "nur noch mal schnell irgendwo hin gegangen" und als sie zurückkam, war der Bus weg... Glücklicherweise fand sie jemanden mit einem Auto, und wir haben sie eine Viertelstunde später aufgepickt.
Die Nacht im Bus war nicht so komfortabel. Aber das ist ja wohl normal für Busreisen. Frühstück gab es noch in New South Wales (NSW). Irgendwo in einem kleinem Ort dessen Namen ich natürlich vergeßen habe. Das war das erste Mal, daß wir die Leute von dem anderen Bus gesehen haben.
Lunch gab es in South Australia (SA) oder Victoria (VIC), aber so genau weiß ich das nicht. Wir sind nämlich ein paar Mal über die Grenze in beide Richtungen gefahren. Aber als wir nach SA gekommen sind, mußten wir alles Obst wegwerfen. Das war wegen irgendwelcher Fruchtfliegen, vor denen die SAer Angst haben.
Wir sind dann den ganzen Tag weitergefahren und als es dunkel war, kamen wir in Speers Creek an. Das ist irgendwo nahe Port Augusta, ein großer Hafen in SA von dem viele Güter per Zug und Road Train Richtung Norden nach Alice Springs und Darwin geschifft werden. Leider war es schon zu spät für die Schafscher Demonstration. Das kam daher, daß wir für 1 1/2 Stunden auf einer Straße gefahren sind, die keine war. Jedenfalls noch nicht. Fest gefahrene Erde. Und hin und wieder riesige Lastwägen und Walzen, die irgendwie lustlos an der Straße rumgebaut haben.
Nach Diner und Abwaschen, hatte ich eine KALTE Dusche. Die Girls hatten alles heiße Wasser verbraucht...

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Day 3, Sat 27/9/97
COBER PEDY

Um 6:00 Uhr ging es los mit Aufstehen, um 7:00 gab's Frühstück und um 8:00 waren wir on the Road. Als wir in den Bussen den Campingplatz verließen, sahen wir unser erstes Kangaroo. Es stand einfach da an der Seite der Straße und schaute verwundert.
600 Km to Coober Pedy.
Die Fahrt war etwas eintönig. Aber so schlimm war es dann auch wieder nicht. Der Busch verändert sich nämlich die ganze Zeit. Ja, es ist immer roter Sand und trockene Büsche. Aber trotzdem verändert sich das "Gesicht" der Landschaft die ganze Zeit. Manchmal sieht man sogar eine Art Baum, aber meistens sind die Gewächse recht niedrig. Wir sind auch an ein paar großen, ausgetrocknete Salzseen vorbeigekommen.
Lunch hatten wir in "the middle of nowhere". Es war ein erbärmlicher Parkplatz in der mitte der "Wüste". Ein Dach mit Wassertank (um das rare Regenwasser zu sammeln) und ein paar Mülleimer. Hier sahen wir die ersten Roadtrains. Per Gesetz haben diese "nur" 3 Anhänger. Bevor es diese Regulation gab, hatten sie oft 5-6. Trotzdem sehr beeindruckend. Sie fahren von Darwin nach Adelaide in einem Stück in 2 Tagen. Während der eine Fahrer fährt, schläft der andere. Die Roadtrains sind so unmanövrierbar, daß sie nicht umdrehen könnten, wenn sie eine falsche Abzweigung nehmen würden. Nicht daß es eine Abzweigung gäbe...
Coobera Pedy ist ein Opal-Sucher town. Es wurde Anfang des Jahrhunderts von Goldsuchern gegründet. Statt Gold fanden sie aber Opale. 95% der gesamten Weltproduktion von Opalen kommt aus Australia. Und ein großer Teil davon aus Coober Pedy. Eine Besonderheit in Coober Pedy sind die Untergrundhäuser. Das sind Häuser, die in die Seiten von Hügeln hineingebaut sind. Die Vorteile sind, daß man sie recht billig bauen kann und vor allem die konstante Temperatur, die im Inneren herrscht. Während es im Freien 50 Grad im Schatten hat, ist es innen mit 21-23 Grad recht erträglich. Und diese Temperatur hat es das ganze Jahr über. Außerdem sehen die nackten Felswände einfach toll aus.
Nach einer kurzen Tour um das Town im Bus, haben wir das Opal Museum besucht. Wir sahen eine Demonstration von Opalschneiden und Schleifen und sahen alte Minen. Außerdem wurden dort auch Opale verkauft. Der Teuerste war ein fetter Opal mit einer Goldkette: $26000!!
Geschlafen haben wir unterirdisch. Es war so eine Art Untergrund-Jugendherberge.

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Day 4, Sun 28/9/97
ON THE WAY TO ULURU

Heute hatten wir einen späten Start (7:30) Wir haben 700 km vor uns.
Man kann hier viele Solarbetriebene Richtfunkantennen sehen. Wahrscheinlich sind sie für Telefon- und Sprechfunkweiterleitung.
Es war wieder ein langer Tag mit viel Fahren. Und wieder war die Fahrt etwas eintönig. Australia ist ein riesiges Land mit hauptsächlich Nichts in der Mitte. Die einzigen Tiere die wir gesehen haben, waren ein paar einsame, dünne Kühe die am Straßenrand das trockene Gras gefressen haben. Allerdings ist die Landschaft erstaunlich grün. Das liegt wohl daran, daß es gerade Winter ist und außerdem in letzter Zeit viel geregnet hat.
Der Sand, oder die Erde hier ist wirklich rot. So rot, daß es fast unnatürlich wirkt. Wenn man das hier sieht, ist es klar, warum das Zentrum Australiens das ROTE Zentrum ist, Das Stück vom Stuart Highway (die Straße die von Adelaide in Süd Australien nach Darwin am oberen Ende des Kontinents führt) nach Yulara ist 260 km. Nach ein paar Fehlsichtungen (Mt. Connor) haben wir dann endlich den Rock gesehen. Unglaublich beeindrucken.
Uluru 
Yulara ist ein künstlicher Ort. Er wurde in der Mitte der 80er Jahre etwa 20 km von Uluru (früher bekannt als Ayers Rock) entfernt gebaut, da das alte Resort mit den Touristen Massen nicht mehr fertig werden konnte. In Yulara gibt es ein paar Hotels, Lädern und einen großen Campingplatz. Der ganze Ort ist so flach gebaut, daß er nicht über die Sanddünen hinausschaut. 70% des warmen Wasser in Yulara ist durch Solarenergie produziert. Außerdem wird der größte Teil des verbrauchten Wasser für die Bewässerung von Gärten und Parks receycled.
Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, fuhren wir zum Sunset Spot. Zusammen mit ein paar hundert anderen Touristen haben dann den spektakulären Sonnenuntergang angeschaut. Auch wenn es auf den Postkarten immer besser aussieht wie in Wirklichkeit, die wechselnden Farben von Uluru waren phantastisch.
Morgen ist ein hektischer Tag. Morgens klettern wir auf den Rock; dann geht's zu Kata Tjuta und danach noch den Flug.

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Day 5, Mon 29/9/97
ULURU

WOW, heute war einer der besten Tage der ganzen Safari. Am Morgen ging es nach einem frühen Start mit dem Bus zu Uluru. Zusammen mit Hunderten anderen Touries aus der ganzen Welt (die meisten von ihnen waren wohl Japaner und Deutsche...) haben wir den Anstieg auf Uluru begonnen. Das erste Stück ist so steil, daß man sich an der Kette hochziehen muß. Die Kette ist ungefähr 400 m lang und hilft einem, das erste und steilste Stück zu schaffen. Während dem ersten Stück kamen uns so einige Hüte, Sonnenbrillen und Kamerataschen entgegengeflogen, die irgendeine unglückliche Person ein bisschen weiter oben hat fallen gelassen. Am Ende der Kette hatte ich gerade erstmals 1/4 des Weges geschafft! Aber von da an ging es viel einfacher.
Es war nicht mehr so steil, aber dafür fing ein starker Wind zu blasen an. Die Winde auf dem Top können 3-4 Mal stärker sein als am Grund. Der Aufstieg zum Top von Ayers Rock ist wirklich anstrengend, aber wenn man dann mal oben ankommt, ist das alles vergessen! Die Aussicht ist einfach unbeschreiblich. Obwohl man eigentlich nicht allzuviel sieht. Es ist hauptsächlich so eine Art Halbwüste in alle Richtungen. Nach Westen hin sieht man die Köpfe von Kata Tjuta in der Entfernung.
Die Landschaft auf dem Top von Uluru ist nicht eben. Wind- und Regenerrosion haben dem Rock seine interessante Gestalt gegeben. Aber die Felsenoberfläche selbst ist recht glatt.
Jedes Jahr sterben hier Menschen. Zum einen weil sie von dem markierten Pfad abweichen und dann 300 Meter in die Tiefe stürzen. Aber viel häufiger ist ein Herzinfarkt oder Hitzschlag die Todesursache. Speziell ältere Leute nehmen sich oft zuviel vor und dann muß ihre Leiche den ganzen Weg runtergetragen werden. Hubschrauber können auf dem Top nicht landen. Aus zwei Gründe. Der erste ist, daß die Winde so stark und unberechenbar sind, daß es zu gefährlich ist. Der anderer Grund ist der, daß Uluru eine heilige Stätte für die Anangu Leute ist. Die Anangu sind die Besitzer des Uluru/Kata Tjuta National Parks. Das Land wurde ihnen Mitte der 80er Jahre zurückge-geben. Die Anangu erlauben es den Besuchern zwar auf Uluru zu klettern, sähen es aber lieber wenn sie es nicht täten. Anangu klettern nicht. Und zwar zum einen weil es eine heilige Stätte ist und zum anderen weil die Anangu es nicht möchten, wenn Besucher sich verletzen. Die Anangu würden es bevorzugen, wenn man z. B. den 9 km langen Basewalk machen würde. Auch hier gibt es viele Plätze die abgesperrt sind und wo auch keine Fotografie erlaubt ist. In dem Glauben der Aboriginal people, ein Foto oder ein Bild von einer Person ist ein Teil von ihr und darf deswegen nicht weggenommen werden.
Nach dem Climb sind wir in das Aboriginal Culture Centre gegangen. Es ist in der alten Ranger Station gelegen und enthält viel Aboriginal Kunst wie Bilder und Schnitzereien.
Dann gings mit dem Bus nach Kata Tjuta, den Olgas. Kata Tjuta heißt "Viele Köpfe" und wenn man Kata Tjuta sieht, versteht man sofort warum. Kata Tjuta besteht aus mehr als dreißig gigantischen Sandsteinkuppeln, die in Jahrtausenden von Wind und Regen geschaffen wurden.
Wir wanderten für etwa eine Stunde in der Olgaschlucht mit ihren hohen, steilen Wänden. Es war sehr heiß und überall konnten wir Warnschilder sehen, die daran erinnerten, daß man für jede Stunde wandern einen Liter Wassers mitnehmen sollte, falls man nicht verdursten möchte. Auch in Kata Tjuta sterben oft Leute. Meistens weil sie nicht genug Wasser mitnehmen und dann in dem Labyrinth von Steinkuppeln verloren gehen.
Nach dem Lunch gingen etwa 30 von uns zu dem kleinen Flugplatz für den Flug über Uluru und Kata Tjuta. Es waren kleine 4 Sitzer Cessnas. Es war phantastisch. Erst aus der Luft konnte man die Größe von Uluru richtig auffassen. Und nur aus der Luft konnte man das riesige Labyrinth von Tälern von Kata Tjuta sehen.
Als wir zurück zum Camp kamen, war dieser lange Tag aber noch nicht vorbei. Nach Dinner gingen wir "into town" für Shopping. Nachdem wir für eine Stunde durch die Tourie-Shops zogen, sind wir zu in ein kleines, offenes Amphietheater gegangen um Nukanya-Dreaming anzuschauen.
Das ist eine Aboriginal Tanz Aufführung. Es wurde von Aborigines aus SA aufgeführt. Sie sagten, es wäre eine Art Einführung in die Aboriginal Kultur. Nach diesem wirklich langen und phantastischen Tag ging es dann endlich zurück ins Camp und in die Zelte.

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Day 6, Tue 30/9/97
KINGS CANYON

Wie die Fahrt nach Kings Canyon war, weiß ich nicht mehr. So wie die meisten wahrscheinlich. Der Campground war pretty basic, sprich vertrocknetes Gras, zwei Klos und Duschen in einer Hütte, ein paar Holzbänke und ein winzig kleiner Shop. Es war sehr windig und HEISS als wir ankamen. Wir konnten die Zelte nicht völlig aufbauen, da der Wind sie sonst davongeblasen hätte.
Dann gings zum Kings Canyon. Unsere Leader betonten immer wieder, wie wichtig es sei, sehr viel Wasser zu trinken, da es in der Hitze sehr leicht passieren könnte, daß man austrocknet und einen Hitzschlag bekommt. Wir fuhren mit den Busen eine kurze Strecke bis zu dem Canyon.
Kings Canyon ist wunderschön. Es ist eine wilde Schluchtenlandschaft mit steilen Hängen und grünen Oasen in den Tälern. Nach einem relativ kurzem aber steilen Anstieg kamen wir oben auf dem Plateau an. Nach einer kurzen Rast ging es dann weiter über die rauhe Hochebene von Kings Canyon. Das war der Zeitpunkt wo wir die ersten Wolken gesehen haben. Und nur Minuten später fing es an zu Blitzen und Donnern. Zürst war das Gewitter noch recht weit entfernt und wir beachteten es nicht weiter. Doch dann kam der Regen. Und es war nicht nur Regen sondern auch ein eisiger, harter Hagel der da auf uns herunter prasselte. Wir stoppten und suchten Schutz an einer Felswand. Der Wind war so stark, daß man Acht geben mußte, nicht über die Kante 80 Meter in die Tiefe geblasen zu werden. Die Stelle wo der Sturm uns überraschte war so ziemlich der höchste Punkt in der Umgebung. Innerhalb von Sekunden waren wir nass bis auf die Haut.
Obwohl die Situation etwas erschreckend war, fand ich das Schauspiel der Naturgewalten unglaublich faszinierend. Wir konnten einen äußerst seltenen Anblick erleben, Wasserfälle in Kings Canyon. Unmengen von Wasser stürzten die sonst so trockenen Steilwände des Kings Canyons herunter.
Als der Sturm etwas nachgelassen hatte, mussten wir weitergehen. Die Ironie war, daß wir jetzt in Gefahr waren an Unterkühlung zu leiden. Normalerweise ist die Hitze ein Problem in Kings Canyon. Es war aber dann doch nicht so kalt, weil der Fels von der Sonne noch so warm war, das er nach dem Regenguß immer noch sehr viel Hitze abgestrahlt hat. Wir haben unseren Walk fortgesetzt und sind auch noch in den Kings Canyon selbst gekommen und haben die "Verlorene Stadt" gesehen (eine einzigartige Felsenlandschaft mit Steinkuppeln die aussehen wie die Häuser einer altertümlichen Stadt).
Irgendwie sind wir dann auch zu den Bussen und zurück zum Camp gekommen. Zum Glück waren ein paar Leute zurück geblieben, die die Zelte aufgebaut hatten, als es zu regnen anfing. Am Abend hatten wir ein großes Feuer um unsere Kleider zu trocknen und Damper zu backen.

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Day 7, Wed 1/10/97
ALICE SPRINGS I

Heute haben wir nicht all zu viel gemacht. Wir sind eigentlich nur nach Alice gefahren und haben auf dem Weg in einem winzigen Ort gestoppt um Pies und Scons zu essen. Die sind ziemlich berühmt. Ich wollte eigentlich ein Kangaroo Pie haben, aber leider hatten sie keines mehr.
Auf dem Campingplatz in Alice Springs haben die Zelte aufgebaut, hatten den "Nachmittag" (1 Stunde) frei für Relaxing und Kleiderwaschen, haben Rex den Schlangenman mit seiner Show gesehen und die "Country-Music Disco" auf dem Campground besucht.
Heute waren 7 Leute flach. Ich glaube manche Leute sind einfach nicht für die Konditionen im Outback gemacht.

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Day 8, Thu 2/10/97
ALICE SPRINGS II

Unser zweiter Tag in Alice.
Der ganze Campingplatz ist mit Stacheldraht eingezäunt. Er ist genau neben dem ausgetrockneten Flussbett außerhalb der Hügelkette die Alice Springs umschließt. Diese Lücke heißt Bigtree Gap und ist der der einzige Eingang zu Alice aus dem Süden.
Die Bevölkerung von Alice Springs ist etwa 20,000 von denen etwa 90% aboriginal sind. Obwohl die Regierung ihnen Häuser bereit gestellt hat, bevorzugen es die meisten der Aboriginal People einfach im trockenen Flussbett zu leben. Es ist ein Teil Aboriginal Kultur im Freien zu schlafen. Leider schlafen die meisten von ihnen mit der leeren Bierkiste als Kopfkissen. Und das ist wörtlich zu nehmen. Es ist wirklich traurig zu sehen zu müssen, wie diese Menschen, die doch ein so großes Wissen über die Natur besitzen an den Übeln der modernen Zivilisation zu Grunde gehen!
Nach einem späten Frühstück (8 o' clock. Habe ich vergeßen zu erwähnen, daß wir normalerweise im 5-6-7 Rhythmus aufgestanden sind. 5 Uhr Aufwachen, 6 Uhr Frühstück, 7 Uhr on the Road...) sind wir mit dem Bus zur alten Telegraphenstation gefahren.
Hier ist Alice Springs entstanden. Die Station wurde gebraucht um das Morsesignal auf dem langen Weg von Australia nach England zu verstärken. Dazu wurde es von einem Telegraphisten empfangen, entschlüßelt und aufgeschrieben. Ein zweiter morste die Nachricht dann in die andere Richtung weiter. Hunderte dieser Stationen wurden gebraucht um eine Nachricht nach London zu schicken.
Ein weiterer Stopp waren die Royal Flying Doctors.
Den ganzen Nachmittag hatten wir frei für Shopping. Viele AFSer haben ein Didgeridoo gekauft. Aber die Didgeridoos die mir gefallen haben, kosteten so um die $400, und das war dann doch leicht außerhalb meines Budgets!
Alice Springs ist kein schöner Ort. Es ist ziemlich klein und voll mit Touristen. Und besonders viel zu sehen gibt es auch nicht.
Am Abend hat es dann mal wieder gestürmt und geregnet.

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Day 9, Fri 3/10/97
OUTBACK

EARLY start, 4.30 up, 6.00 Brekkie, 7.00 on the road. Heute hatten wir eine Distanz von 940 km vor uns. Die Fahrt war - nun ja - lang. Wir haben bei den Devils Marbles gestoppt. Aboriginal People gehen nicht in die Nähe der Devils Marbles. In ihrem Glaube sind sie die Eier der Regenbogenschlange. Und wer ein Stück der Teufels Murmeln mitnimmt, den verfolgt das Unglück von da an. Die riesigen, runden Felsbrocken sind wohl durch Erosion von weichem Gestein entstanden. Der Rest der Fahrt durch den Outback war etwas eintönig. Schnurgerade Strassen, ein paar halbvertrocknete Kühe am Strassenrand und ansonsten, Nichts.
So um 7 Uhr oder so kamen wir bei der Polizeistation an, wo wir übernachten würden. Bob, der Officer hat ein Gebiet das sich 250 km entlang der Strasse und 500 km nach Norden streckt zu patrolieren.
Meistens wird er aber nicht zu Verbrechen gerufen, sagte er, sondern um stehengebliebenen Autos zu helfen. Es ist eine sehr gefährliche Sache mit dem Auto in dieser Gegend zu fahren. Wenn man nicht genügend große Wasser und Benzin Vorräte hat, kann man sehr leicht in der Hitze sterben. Bob hat auch zwei (nicht klimatisierte) Zellen, die aber meistens leer stehen.
Wasser ist hier unglaublich kostbar. Da es nur etwa 200 mm Regen pro Jahr und keine Flüße oder Seen gibt, muß Wasser gekauft werden, daß dann per Truck von Mt Isa (250km) kommt. Es gibt hier auch Pumpwasser, das aus einer unterirdischen Quelle kommt, man kann es aber nicht trinken.
Geschlafen haben wir heute nacht unter offenem Himmel. Die Sterne konnten wir leider nicht sehen, da es bewölkt war. BEWÖLKT, in der Mitte des Outbacks?!? Ich glaube wir ziehen irgendwie den Regen an. Erst in Kings Canyon, dann in Alice Springs und jetzt hier, in the middle of nowhere!
Ein leader war krank (Hitze und Staub) und wir haben die Flying Doctors angerufen. Diese luden die Medikamente in einen Reisebus, der hier vorbeikommen würde. 1 1/2 Stunden später war die Hilfe da. Was für ein phantastisches System!! Bob und seine Familie haben mit dem gleichen Bus auch ein neues Fenster und ein paar Kleinigkeiten bekommen. Einkaufen gehen sie so alle 3 Monate, es sind ja auch 250 km bis zum nächsten Supermarkt.
Heute nacht habe ich wunderbar geschlafen. Es ist viel angenehmer unter offenem Himmel zu schlafen als in den stickigen Zelten!
Ach ja, Duschen gab es natürlich nicht und nur ein Klo für etwa 90 Leute. Aber das war ja noch Luxus, am Anfang hieß es, daß wir Jungen das 7,682,300 km² Quadratkilometer große Klo kriegen würden (7,682,300 km² ist die Landmasse Australiens).

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Day 10, Sat 4/10/97
RICHMOND

Nach kurzer Zeit haben wir das Northern Territorry verlassen und sind nach Queensland gekommen. Man merkte das sofort an den Strassen, sie sind fürchterlich hier in QLD. Wir haben in Mt Isa gestoppt, weil die Busse tanken mussten. Mt Isa ist eine blühende, ständig größer werdende Bergbaustadt.
Nach noch mehr Fahren kamen wir dann in Richmond, einem kleinen Ort im Nirgendwo, an. Wir haben unsere Zelte aufgebaut und - geduscht. Nur diesmal war das Wasser nicht zu kalt, sondern zu warm. Es kam aus einem metallenen Wasserturm, der sich in der Sonne ziemlich aufgeheizt hatte.

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Day 11, Sun 5/10/97
THE PACIFIC OCEAN

Nach einer weiteren kurzen Nacht konnten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang sehen. Wir sind noch etwa 500 km von der Küste entfernt. Ich möchte nicht zurück ans Meer! Am liebsten wäre ich im roten Zenter, mit seiner phantastischen Natur und dem unwirtlichen Wetter geblieben. Vielleicht auch deswegen, weil wenn wir erstmals am Meer sind, sind wir ja schon fast wieder daheim in Sydney (Stimmt natürlich auch nicht so ganz).
Als wir auf dem Campingplatz in Townsville angekommen sind, haben die Boys alle Zelte aufgebaut. Dann hatte wir ein eher frühe Nacht, da wir einen langen Tag vor uns hatten!

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Day 12, Mon 6/10/97
GREAT BARRIER REEF

Heute morgen kam ein mittlerer Schock. Ungefähr 50 Leute wollten Scuba Diving machen. Es waren aber nur 14 Plätze frei. Wir haben dann gelost und ich habe halt 'ne Niete gezogen. Auch nicht so schlimm. Das nächeste Mal wenn ich hierher zurückkomme, kann ich ja dann Flaschenntauchen gehen.

Das Great Barrier Reef  
Bild 1 | Bild 2 | Bild 3
Von dem Terminal in Townsville sind wir mit dem Jet-Katameran "2001" etwa 40km ins Reef hinaus gefahren. Das Boot hat manchmal leicht geschwankt und viele Leute sind Seekrank geworden. Es ist schon recht nett, wenn man sehen kann, wie die anderen Leute grün im Gesicht werden...
Draußen auf dem Reef machten wir an einem Ponton fest von dem aus wir dann Schnorcheln/Flaschentauchen gingen.
Das Reef ist einfach unglaublich. Diese Vielfalt von Fischen, Korallen und anderen Meereslebewesen! Es ist unmöglich zu beschreiben, man muß es einfach mit eigenen Augen sehen!
Wir hatten phantastischen Lunch. Prawns (Krabben?) und verschiedene Salate und Früchte.
Es war einer der schönsten Tage der Safari!

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Day 13, Tue 7/10/97
TRAVELLING, YEPOON

Schon wieder ein früher Start. 5-6-7. Ich glaube wir hatten 500km oder 700km zu schaffen. Im Outback mit den schnurgeraden Straßen und ohne Verkehr bedeutet das 5 oder 7 Stunden Fahrt. Hier an der Küste konnten wir natürlich nicht mehr mit 100km/h cruisen.
Die Landschaft ist nun völlig verändert von was wir im Roten Center oder auch in den großen Cattle Gebieten des NT & QLD gesehen hatten. Es ist jetzt viel mehr ähnlich dem, was wir von Sydney gewohnt waren. Gum trees und (gelbliches) Gras. Und zum ersten Mal seit langem auch wieder richtiger Busch (Australischer Wald).
Wir wurden durch einen geplatzten Reifen des anderen Busses etwas aufgehalten.
Als wir dann endlich in Yepoon (kleiner Ort nahe Rockhampton, QLD) ankamen, mußten wir feststellen, das AFS South East unser Quartier eingenommen hatte. Sie sind einfach da hingegangen und haben es sich bequem gemacht. Zum Glück fanden wir eine andere Unterkunft, die allerdings lange nicht so gut war.
"Nicht so gut" ist eine Untertreibung. Die Betten waren schauderhaft. Sie waren übersäht mit BLUTFLECKEN. Ich möchte wirklich nicht wissen, was für Leute da vor uns geschlafen haben/gestorben sind. Aber wenigstens mußten wir keine Zelte aufbauen!
Und dann hatten wir die "Miss/Guy World Competition". Die Girls haben uns dafür angezogen und geschminkt. Ich kam in die zweite Runde, Sieger war Ville.

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Day 14, Wed 8/10/97
YEPOON TO SURFERS PARADISE

Nach 4 (!) Stunden Schlaf (Miss/Guy World Comp war bis ziemlich spät) wurden wir heute morgen um 5 Uhr aus den schmutzigen Betten geschmiegeworfen. Um 7 waren wir on the road. Ich habe noch etwa eine Stunde im Bus geschlafen. Um 10.30 Uhr hatte wir einen Stopp in Gin Gin (irgend ein kleines Loch irgendwo in QLD).
Nach unserer Ankunft auf dem Surfers Paradise Main Beach Campground haben wir die Zelte zum letzten Mal aufgebaut und sind dann nach Surfers in die Innenstadt gegangen. Da es allerdings 1/2 Stunde gedauert hat, bis wir dort waren, blieben uns nur weitere 30 Minuten in den Shops bevor wir wieder zurück mußten. Wir sind am Strand entlang zurückgegangen. Draußen über dem Meer muß ein großes Gewitter gewesen sein. Wir konnten die Blitze über den Wolken sehen. Es sah einfach phantastisch und surreal aus! Vermutlich weil es durch all die Luftschichten gefiltert wurde, sah das Licht der Blitze rot aus.
Rotglühende Wolken draußen über dem Meer...

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Day 15, Thu 9/10/97
SURFERS PARADISE, SEAWORLD

Heute waren wir in Seaworld, well, diejenigen die Geld/Lust hatten. Es war ganz nett, wenn auch nicht SUPER toll.
Am Abend sind wir zum Strand gegangen (d.h. haben die Strasse überquert und waren da). Das war Zeit um Abschied zu nehmen. Es war etwas traurig aber auch sehr schön.

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Day 16, Fri 10/10/97
THE JUMP

YEAH!
Es ist einfach UNGLAUBLICH!!!
Die Aufregung fing so richtig an, als wir den 50m hohen Kran zum ersten Mal gesehen haben. Nach dem ersten Schock ging es mit einem kleinen Boot zum Pontoon, auf dem der Kran stand. Nach dem wir all diese "Nicht-unser-Problem-wenn-du-stirbst" Papiere unterschrieben hatten gings zum Wiegen und dann auf die Wartebank. Ich war Nr. 5 oder so.

Bungee! 
Der Weg nach oben in dem Krankäfig ist etwas seltsam. Man sieht die Welt unten immer kleiner und kleiner werden. Ja, und dann stehe ich da, 50m über dem Wasser, das Türchen vor mir offen. Ich habe normalerweise keine Höhenangst, aber in diesem Moment habe ich mich schon etwas seltsam gefühlt. Der Instruktor sagt zu mir, daß es ungünstig ist nach unten zu schauen und daß ich das doch bitte unterlassen sollte. Natürlich schaue ich nach unten. Schxxxxe, das war hoch!
Schließlich habe ich mich überwunden und bin nach vorne an die Kante gehopt. Er hat gezählt. 5-4-3-2-1 BUNGEE!!!
10 m freier Fall, Kopf voraus. Dann weitere 40 m wenn das Bungee Seil anfängt zu bremsen. Und Pfsschh, ins Wasser. Es ist unverschämt cool!
Und dabei ist es ja eigentlich ziemlich dämlich...
Am Nachmittag waren wir dann noch Shopping und am Beach. Um 6.00 war die Safari dann vorbei und es ging heim. Schade.

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Day 17, Sat 11/1/97
BACK TO SYDNEY

Nach einer Nacht mit nicht so tollem Schlaf und einem schnellen Frühstück in Dubbo gings dann endgültig ans Abschiednehmen, da die Busse von da an in verschiedene Richtungen weiterfuhren.

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EPILOGUE

Diese letzten 17 Tage waren mit die besten meines Lebens (Bis jetzt jedenfalls). Jetzt, wo die Safari vorbei ist bin ich traurig. Was bleibt sind Erinnerungen, aber die Verblaßen ja bekanntlich.
Dieses Land ist wunderschön. Von dem absolut trockenen, roten Zenter mit seinen heißen, staubigen Tagen über die riesigen, eintönigen Ebenen des Northern Territorries bis zu dem Great Barrier Reef und seiner phantastischen Vielfalt von Leben. Ich liebe jedes Stück davon. Die Trockenheit, die Hitze, die jede Anstrengung zur Qual machen. Den Regen, der so stark ist, daß er alles durchweicht. Die Winde die den Staub aufwirbeln oder die Wellen im Meer.
Ja, ich werde hierher zurück kommen, in das Land Down Under!

up
Johannes Brenner
September 1997
Sydney, Australia

Last Modified: 2015-12-20 (c) 2000 by Johannes Brenner. Serve chilled.