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der KDV Antrag...

Der Antrag auf Kriegsdienstverweigerung
  • kann jederzeit gestellt werden, auch wenn man schon eingezogen ist, frühestens jedoch 6 Monate vor dem 18. Geburtstag.
  • muß enthalten:
    • Bezug auf Artikel 4 Absatz 3 Satz 1 GG
    • Begründung der KDV
    • Ausführlicher Lebenslauf
    • Polizeiliches Führungszeugnis
  • sollte nicht zu kurz und nicht zu lang sein (etwa zwischen 2 und 4 getippten Seiten)
Damit Du dir ein Bild davon machen kannst, wie ein (gültiger) KDV-Antrag aussieht, habe ich hier den meinigen bereitgestellt. Lese ihn durch und laß Dich inspirieren. Zum Abschreiben kann ich nicht raten, da das zu Ärger führen könnte. Natürlich ist mein KDV-Antrag anerkannt worden.

Hier findest Du:




Kriegsdienstverweigerungsantrag


Sehr geehrte Damen und Herren.

Ich verweigere den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen nach Artikel 4 Absatz 3 Satz 1 Grundgesetz.

Johannes Brenner
XXXXXXXXXXXXXXXX
74523 Schwäbisch Hall
Personenkennziffer: XXXXXXXXXXX


Mit freundlichem Gruß


Johannes Brenner



Anlagen:
Ausführlicher Lebenslauf
Darlegung der Gründe der Kriegsdienstverweigerung
Polizeiliches Führungszeugnis





Lebenslauf


Ich, Johannes Brenner, wurde am XXX in Schwäbisch Hall als erster Sohn der Eheleute XXX und XXX geboren. Meine Mutter ist arbeitet als XXX, mein Vater ist XXX.
Am XXX wurde meine Schwester Anna, am XXX mein Bruder Jakob geboren.
Von XXX bis XXX besuchte ich den Kindergarten in Schwäbisch Hall.
Im August xxx wurde ich mit 6 Jahren in der xxx Schule Schwäbisch Hall in die erste Klasse eingeschult. Ich verließ Deutschland im Januar XXX um an einem Austauschprogramm des American Field Service (AFS) in Australien teilzunehmen. Bis Januar XXX lebte ich in Sydney/Australien und besuchte dort die 11. Klasse der Pittwater High School.
Da dieses Schuljahr von der Schule hier in Deutschland anerkannt wurde, hatte ich die Möglichkeit, direkt in die 12. Klasse der XXX Schule einzusteigen. Ich werde voraussichtlich im kommenden Juni die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erlangen. Ich belege XXX und XXX als Leistungskurse, Grundkurse sind XXX und XXX. Die Fremdsprachen XXX und XXX werden mündlich geprüft.
Mein Werdegang ist geprägt von vielen außerschulischen Tätigkeiten. Von XXX bis XXX war ich Mitglied des Vereins Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Seit XXX bin ich Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) in Schwäbisch Hall.



Schwäbisch Hall, den XXX






Begründung der Kriegsdienstverweigerung


Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß Artikel 4 Absatz 3 Satz 1 GG verweigere ich den Kriegsdienst mit der Waffe. Ich möchte im Folgenden meine Beweggründe aufführen.

Ich möchte zu Beginn feststellen, daß ich mich durch meine Verweigerung des Kriegsdienstes mit der Waffe keinesfalls unloyal der Gesellschaft und dem Staat gegenüber sehe. Ich betrachte die Arbeit im sozialen Bereich als mindestens gleichwertig dem Staat und der Gesellschaft gegenüber.

Das Recht auf Leben ist das höchste Recht eines jeden Menschen. Dieses Recht zu achten sollte also der oberste Grundsatz eines jeden Menschen sein. Töten, auch im Krieg und zur Verteidigung, ist demzufolge eine Aberkennung dieses Rechts.
Dies ist der Grundsatz, nach dem ich von meine Eltern erzogen wurde.

Die Erziehung ist der Hauptfaktor in der Gewissensbildung eines jungen Menschen. Durch die Eltern werden einem Kind und Heranwachsenden Werte wie "Gut" und "Böse" vermittelt.

Ich wurde von meinen Eltern von klein auf gerecht und gewaltfrei erzogen. Meine Eltern legten immer großen Wert darauf, meinen zwei Geschwistern und mir Toleranz und ein waches Bewußtsein Gewalt gegenüber zu vermitteln. Ich lernte von Anfang an, daß Gewalt niemals ein Mittel zum lösen von Konflikten sein kann. Zum Beispiel wurde Gewalt meiner kleinen Schwester gegenüber nie toleriert. Wir sollten lernen, daß es immer Wege gibt, eine Konfliktsituation gewaltfrei zu lösen.
Teil dieser Erziehung war es, uns über lange Zeit ohne Fernsehen aufwachsen zu lassen. Damit wollten unsere Eltern einer Abstumfpfung der Gewalt gegenüber entgegenwirken, da wir nicht täglich, ungleich vielen anderen Kindern unserer Altersgruppe, der Gewaltverherrlichung in Filmen ausgesetzt waren. Zum anderen wurde spielerischer Umgang mit Kriegsspielzeug wie Knallpistolen nicht geduldet. Damit wollten unsere Eltern die Verharmlosung von Gewalt verhindern.

Diese Erziehung hin zum toleranten Miteinander und zum Gewaltverzicht setzte sich während meiner Zeit im Waldorfkindergarten und später dann in der Waldorfschule fort. Wir wurden angeregt, entstandene Konflikte mit Worten und gegenseitigem Verstehen und ohne Gewaltanwendung zu lösen, was für junge Buben oft nicht ganz leicht ist, denn oft gibt es auch einmal eine Rauferei. Doch wir lernten bald, daß Worte Wunder wirken können und wir uns nicht Schlagen mußten, um eine Uneinigkeit zu regeln.

Als wir in der Schule die NS-Zeit behandelten, wurde ich mit den ganzen Grausamkeiten konfrontiert, die durch bedingungsloses Ausführen von Befehlen entstanden. Millionen von Menschen mußten sterben, weil der größte Teil der Bevölkerung damals nicht darüber nachdachten, was sie im Namen einer wahnsinnigen Ideologie taten. Hätte jeder Soldat, jeder Lagerwächter über sein Tun nachgedacht, es wäre nicht zum Mord an sechs Millionen Juden und einem Krieg von bisher unbekannten Ausmaßes gekommen.

Durch die Berichte meiner Großeltern vom Krieg und dem NS-Regime erfuhr ich aus erster Hand, zu welchen Greueltaten es kommen kann, wenn Menschen ohne zu überlegen Befehle ausführen. Mein Großvater mütterlicherseits erzählte mir oft von den Unmenschlichkeiten des Krieges, die er zuerst als Soldat und dann als Kriegsgefangener in Rußland erlebte. Auch die Erzählungen meiner Großmutter von Nächten im Bunker, als sie nicht mehr wußte, ob sie den nächsten Tag noch erleben würde, machten mir deutlich, welche Grausamkeiten der Krieg mit sich bringt.
Mir wurde schon damals sehr bewußt, daß Krieg und Töten schlecht sind. Später wurde mir durch die Lektüre von Büchern und auch durch den Geschichtsunterricht in der Schule bewußt, daß Krieg noch nie, zu keiner Zeit und an keinem Ort eine dauerhafte Verbesserung der Verhältnisse für die Bevölkerung mit sich brachte. Ein Krieg kann nicht gewonnen werden, er bringt immer nur Opfer und Verlierer mit sich!

Für mich ist es essentiell, daß ich mit dem voraussichtlichen Ergebnis meiner Handlungen vollständig einverstanden bin. Ich denke daher stets darüber nach, welche Folgen eine von mir ausgeführte Anweisung mit sich bringt.
Ich könnte einem Befehl, einen Menschen zu töten, niemals Folge leisten, da ich nicht mit dem Gewissen leben kann, einen Menschen umgebracht zu haben. Ich sträube mich gegen die Vorstellung, einen Menschen seines höchsten Rechts zu berauben, dem Recht auf Leben. Töten bedeutet nicht nur, eine einzigartige Persönlichkeit einfach auszulöschen, es verursacht auch Schmerz und Trauer bei anderen. Die Frau, die ihren Mann verliert, die Eltern die ihren Sohn nicht wieder sehen, die Kinder die ihres Vaters beraubt werden, sie alle leiden unter der Handlung desjenigen, der einen Menschen tötet.
Aus diesem Grund, wäre ich niemals in der Lage, eine Waffe auf einen Mitmenschen zu richten, der genauso wie ich, das unveräußerliche Recht auf ein unversehrtes Leben hat.

Meine pazifistische Einstellung wurde endgültig gefestigt während meiner Vorbereitung für mein Auslandsjahr und meinem Aufenthalt in Australien. Ich wurde in dieser Zeit immer wieder mit unserer, der deutschen Geschichte konfrontiert. Ich mußte mich im Angesicht vieler Fragen meiner australischen Mitschüler sehr intensiv mit der NS-Zeit auseinandersetzen.
Während meines Auslandsaufenthaltes knüpfte ich nicht nur enge Kontakte zu Australischen Jugendlichen, sondern auch viele intensive Freundschaften zu jungen Menschen aus aller Welt, die wie ich in Australien weilten. Ich lernte, daß ein friedliches Miteinander der Menschen dieser Welt nur möglich ist, wenn man vollständig auf Gewalt und Unterdrückung verzichtet. Ich wollte und will mit meinem Auslandsaufenthalt ein Zeichen für den Frieden und für die internationale Verständigung setzen.

Durch Erziehung, Schulbildung und Auslandserfahrung wurde ich zu einem Menschen, der die Gewalt verabscheut und immer friedliche Wege sucht, zwischenmenschliche Probleme zu bewältigen. Ich lernte, daß Gerechtigkeit und Freiheit nur ohne Gewalt zu erreichen sind. Die Christliche Nächstenliebe ist tief in meinem Bewußtsein verankert.
Gewalt ist die Ursache für Tod und Schmerz. Gewalt kann niemals Probleme lösen, da Gewalt immer nur Gegengewalt hervorbringt.
Das Töten von Mitmenschen als der gewalttätigste Akt überhaupt widerspricht meinem Wesen so vollständig, daß ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann, einer Institution beizutreten, die das Töten von Menschen akzeptiert und sogar als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele ansieht.
Ich verstehe die bewaffnete Auseinandersetzung, den Krieg als eine schlechte, böse und verantwortungslose Handlung, die mehr menschliches Leid hervorgebracht hat, als irgend etwas in der Geschichte der Menschheit. Ich würde in einen schweren inneren Konflikt gestürzt werden, müßte ich auf Befehl eine Waffe auf einen Menschen richten. Mein Gewissen verbietet es mir, einen anderen Menschen zu töten.

Das alles hat mich zu dem festen Entschluß gebracht, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern und ersatzweise Zivildienst zu leisten.
Ich hoffe, daß ich Ihnen anschaulich und überzeugend die Gründe für meine Verweigerung des Kriegsdienstes mit der Waffe dargelegt habe und bitte Sie, meinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen nach Artikel 4 Absatz 3 Satz 1 GG stattzugeben und mich als Kriegsdienstverweigerer anzuerkennen.




Schwäbisch Hall, den XXX



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